Die Geschichte des Vereins

Die Situation in den 30er Jahren

Allmählich wurden Beeinträchtigungen des Vereinslebens durch die neue politische Führung spürbar. So verzeichnet des Protokoll für den 10. Juni 1934 eine "Kontrolle der Gauleitung". Unter dem Einfluß des totalitären Regimes wechselte von 1936 an jährlich der 1. Vorstand, was schon Spannungen innerhalb von Verein und Kapelle andeutet.
Zunehmend versuchte der Staat durch entsprechende Anweisungen an seine Verwaltungsorgane, die Musikkapellen für seine politischen Ziele einzusetzen. Verein und Kapelle wurden mehr und mehr gedrängt, ausschließlich bei politischen Veranstaltungen mitzuwirken und jede Beteiligung an kirchlichen Feiern, Prozessionen u.ä. zu unterlassen. Die Spannungen unter den Musikern wuchsen.

Als im Sommer 1938 schließlich ein staatliches Verbot für eine Mitwirkung an kirchlichen Festen ausgesprochen wurde, lehnte es eine Gruppe mutiger Musiker - allen voran der damalige Dirigent Anton Walz - ab, nur noch bei politischen Veranstaltungen zu spielen. Ihre Instrumente wurden eingezogen und verschwanden auf den Dachboden des Rathauses. Da sich auch die restlichen Musiker dem Boykott anschlossen war es für die örtlichen Parteigrößen sicher eine sehr peinliche Angelegenheit, während des Höhepunktes der Macht der NSDAP bei politischen Feiern ohne eine umrahmung mit "strammer Blasmusik" auskommen zu müssen. Ein seltener Akt von Zivilcourage, der unserer Kapelle zur Ehre gereichte. Die Blasmusik war verstummt, noch ehe der größte Teil der Aktiven in den Krieg ziehen mußte.

Der Neuanfang nach Ende des 2. Weltkrieges war schwer, unser Verein hatte mit internen Unstimmigkeiten, Geldproblemen und Führungswechseln zu kämpfen. Neuen Schwung bekam unser Verein mit Rudolf Jockers. Der anfänglich als Notlösung gedachte Dirigent entpuppte sich als Glücksfall für den Verein.Mit Rudolf Jockers kehrte wieder Leben in die Kapelle ein und eine erfolgreiche Ära unter seiner Leitung wurde eingeleitet. Nach 15 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit das Ende: Rudi Jockers erkrankte schwer und übergab das Amt 1981 seinem Sohn Heinz.

Durch die 80er in die wilden 90er

Heinz Jockers stand dem Verein nur übergangsweise zur Verfügung. 1982 war ein Nachfolger gefunden: Franz Kasper. Mit damals knapp 28 Jahren, vollzog sich ein Generationenwechsel, Kasper wollte mit mehr moderner Blasmusik auch den Spaß an klassischer und konzertanter Blasmusik fördern, was ihm sehr gut gelang. Unter ihm wurden Spaß der Musiker am Musizieren und die Identifikation mit der Musik in den Vordergrund gestellt und erst in zweiter Linie auf die Wünsche des Publikums. Unter Kasper wurde vorallem die Jugendarbeit intensiviert was zu einer Verjünung der Musikkapelle auf ein Durchschnittsalter von 23 Jahren führte. Mit dem Jubiläumskonzert 1989 endete die Ära Kasper. "Seiner" Musikkapelle in Elgersweier hielt er als kritischer Zuhörer die Treue. Darauf angesprochen sagte er gerne, er habe hier immer noch einen Koffer steh'n...

Die wilden 90er

Die 90er Jahre waren geprägt von Dirigentenwechseln, bis 1997 Franz Kasper nach Elgersweier zurückkehrte.
Unter Franz Kaspers Nachfolger 1990, Günter Goldammer begannen die "wildesten" Jahre des MVE. Goldammer setzte noch stärker auf moderne Blasmusik als Kasper. Unvergessen sind die Hitparaden beim Musikfest und schließlich der Höhepunkt mit seinem Abschlusskonzert 1993, dem "Musical-Express".

An Goldammers Stelle trat 1994 der Dirigent der Offenburger Stadtkapelle Thomas Berger.
Berger nahm die populären Elemente zugunsten moderner und traditioneller Blasmusik zurück, die Auftritte des Orchesters wurden wieder konzertanter und weniger spektakulär. Bald wurde unser Verein wieder mit dem Dirigentenproblem konfrontiert:
Berger wurde angestellter Leiter der Stadtkapelle Kenzingen und gab seine Zweitkapelle 1995 zum großen Bedauern der Musiker auf.

Die Suche nach einem neuen Dirigenten erwieß sich als äußerst schwierig. Schließlich einigten sich die Musiker darauf, mit Wolfgang Oswald erneut einem jungen Dirigenten eine Chance zu geben. Das Experiment ging schief, so daß sich beide Seiten nach wenigen Monaten der Zusammenarbeit wieder trennten.

Erneut galt es zu suchen. Gespräche mit dem Ex-Dirigenten Franz Kasper schienen vergeblich zu sein, ehe dieser doch dazu bewegt werden konnte, seinen verbleibenden Koffer in Elgersweier wieder auszupacken und ein zweites Mal die Kapelle zu übernehmen.

2000 war dann das Abschlusskonzert von Frank Kasper. Im folgte Thomas Huber, der begnadeter Trompeter der Millers Blues Band war und ist. Viele neue Stücke mit fetzigem Sound und modernen Rthymen folgten. 2003 musste Thomas Huber beruflich aufhören und der Musiker Raphael Burger sprang in die Bresche, bis das Orchester von Stefan Faulhaber übernommen wurde.

Stefan Faulhaber prägt seitdem den Verein mit seinem großen Engagement. Nicht nur, dass er die Kapelle 2008 zu einem sehr guten Ergebnis bei einem verbandsweiten Wertungsspiel geführt hat, er engagierte sich auch in der Jugendausbildung. Dort übernahm er das Jugendorchster, die Theoriebildung und das Vororchster. Nach dem Jahreskonzert 2011 sollte aber Schluss sein. Stefan, der eine neue Herausforderung suchte, verabschiedete sich von uns und wurde Dirigent von der Musikkapelle in Biberach. Im März 2012 fand Dominique Kögel den Weg zum Musikverein Elgersweier, der seit diesem Zeitpunkt die Kapelle dirigiert. Dominique Kögels dynamische Art begeistert das Publikum und die Musiker gleichermaßen und er findet zu jedem Anlass das richtige Stück.